Chronik des Heidelberger Judo Club

1951

Frühjahr. Jiu-Jitsu und Judo konnte man in großen Lettern an den Plakatsäulen in Heidelberg lesen, mit denen zum ersten Kursus für Jedermann eingeladen wurde.

Eine Werbevorführung in der alten Marstallturnhalle machte die zahlreichen Zuschauer mit dieser neuen, geheimnisvollen, sanften und unsanften Kunst bekannt, nachdem die ersten synchronisierten amerikanischen Filme dem Publikum bereits den waffenlosen Kampf Judo, Jiu Jitsu u.a. vor Augen geführt und schmackhaft gemacht hatten.

Der Leiter dieses Kurses, Werner Pfund – Sportlehrer an der Uni Heidelberg – verstand es, die Zuschauer in den Bann dieser, bei uns noch völlig neuen Kunst zu ziehen. Von diesem Tag an eiferten eine immer größer werdende Gruppe von Enthusiasten dem großen Lehrer nach. Dem ersten Kurs folgten Kurse für Fortgeschrittene, bis im Frühjahr 1952, am Ende der Wintersaison, man sich Gedanken machte, wie es wohl am besten weitergehen könnte.

1952

Am 28. Februar wurde der Heidelberger Judo Club gegründet und im November die erste Görtelprüfung abgehalten. Aus diesem harten Verfahren gingen 9 Gelbgurte und 1 Orangegurt hervor.

Von der ersten Übungsstätte in der Marstallturnhalle ging es über die Mönchhofschule weiter in das Bunsengymnasium.

1953

Im März 1953 kam aus dem Judo-Ursprungsland Prof. Kuwabara, 3. Dan, in unseren Club und lehrte viel Neues.

Der Durchbruch zum Weg nach oben gelang anlässlich einer Grossveranstaltung mit drei Vereinen sowie hohen Gästen wie dem damaligen DJB-Präsidenten Edgar Schäfer und Otto Schmelzeisen, damals schon 8. DAN.

Ein schwerer Schlag traf den noch jungen Verein, als der Mitbegrönder und Trainer Werner Pfund im August 1953 in den Alpen tödlich verunglöckte. Mit Rat und Tat griffen die beröhmten drei Japaner Tokio Hirano, Dr. Suzuki und Dr. Endo dem HJC und der neuen Vereinsföhrung Budnowski/Riedel unter die Arme, so dass es wieder aufwärts ging.

1964

Endlich war es soweit! Der Heidelberger Judo-Club zog um in den Bachlenz in der Mühltalstraße 38 in Handschuhsheim, noch heute das Zuhause des HJC. Einst das Heidelberger Stadttheater, danach bis zum Einzug des HJC ein Kino. Ein Traum wurde wahr. Eine feste Vereinsstätte, eine Matte, die nicht immer auf- und abgebaut werden musste, Sanitäre Einrichtungen und Platz für weitere Ausdehnung.

1966

Lange vor irgendeinem Trend fanden sich einige Begeisterte, die unter der Leitung des koreanischen Trainers Lee begannen, beim HJC Karate zu trainieren und somit Neuland betraten. Das Experiment gelang; neben einem stattlichen Mitlgiederzuwachs stellten sich schon 1968 die ersten sportlichen Erfolge ein. Die Mannschaft belegte bei den Badischen Mannschaftsmeisterschaften den 3. Platz. Ein Einzelkämpfer stand im Finale.

1969

Viktor Riedel führt im November Jiu-Jutsu im Verein ein.

1970

Nur zwei Jahre nach der Gröndung der Karate-Abteilung konnte die Rhein-Neckar-Zeitung am 17.12.1970 berichten: Karate-Hochburg Heidelberger Judo-Club. Zu diesem Zeitpunkt war der HJC der Verein in Baden, der im Karate die meisten DAN-Träger hatte.
Im Judo qualifiziert sich die Mannschaft für die Aufstiegsrunde zur Bundesliga und begrößte noch im gleichen Jahr den Judo Professor Matsumoto aus Japan.